BUND-Uhldingen

Amphibien zum Schlosssee in Salem

Der Schlosssee ist kein alter Weiher, so wie die anderen, die durch die Kraft der Zisterzienser Mönche erschaffenen, sondern er ist ein Neuer, ein durch Bagger gegrabener. Beweggrund dafür war der Kies, einmal den, den man abbaute, zum Anderen den, den man damit erwirtschaftete. Uns geht es heute nicht um Kies sondern um Kröten, aber nicht um die der Finanzbuchhaltung sondern um die lebenden, die wir schützen, um sie davor zu bewahren, zu Märchenwesen zu werden, von denen man sagen könnte: „Es war einmal …!“

Die Amphibienwanderung im Frühjahr 2022

 (G.Vollmer)

In diesem Jahr setzte sich der Trend einer leichten Erholung des Amphibienbestandes fort. Mit 66 registrierten Tieren waren es etwa doppelt so viele wie im Jahr zuvor und damit der höchste Wert seit 2017, dem Jahr, ab dem wieder systematisch die Wanderung mitgeschrieben wurde.

Eine hoffnungsvolle, weitere Beobachtung ist die, dass auch wieder junge Tiere auftauchen. Gemeint sind die ein- bis zweijährigen, bei den Kröten die Teenager. Diese Altersgruppe fehlte von 2017 bis 2020 ganz.

Ein Phänomen, das uns heuer beschäftigt, ist das Ausbleiben von Kaulquappen. Die müssten nach unseren Erfahrungen schon lange zu sehen sein. Vor zwei Jahren waren sie schon um den 20. April zusehen, das gleiche war in den Jahren zuvor.

Das ist nun unsere Aufgabe, wir wollen herausfinden, woran das liegt.

Übersicht der Wanderungen von 1984 bis heute.

Diagramm der Amphibienwanderungen am Schlosssee.  (G.Vollmer)

Angefangen hat alles im Jahr 1984. Aktiv waren Lehrer und Schüler des Bildungszentrums Salem. Methodisch wurde von 1984 bis 1990 mit einem Folienzaun gearbeitet. Ab 1991 bis 2004 war ein Holzzaun im Einsatz, der saisonnah auf und abgebaut wurde. Unterstützt wurden die Schüler tatkräftig durch den Salemer Bauhof.

An beiden Zauntypen wurden die Tiere in Eimern eingefangen und über die Straße getragen. Damals wurde nur die Hinwanderung der Tiere zum Schlosssee betreut d.h. die Zäune standen zwischen Hardtwald und Landstraße auf einem sehr schmalen Randstreifen. Die später einsetzende Rückwanderung wurde nicht mehr geschützt.

Die Nähe des Autoverkehrs zum Zaun war gefährlich, hier ging es um die Sicherheit der Schüler. Dies war letztlich auch ein Grund dafür, dass die Schule die Betreuung aufgegeben hat.

Ab 2004 waren die Tiere ungeschützt dem ständig zunehmenden Autoverkehr ausgeliefert. Erst im Jahr 2009 wurden wieder Schutzzäune errichtet. Die Initiative ging vom LRA aus. Sein Pflegetrupp stellte den Zaun, Helfer vor Ort aus Salem sammelten die Tiere ein. Es stellte sich heraus, dass die Zahlen der gefangenen Tiere um mehr als 50% gegenüber 2004 zurückgegangen waren. Dieser Trend setzte sich in 2010 und 2011 fort. Mit 86 Tieren waren es noch 10% verglichen mit 1997, dem erfolgreichsten Jahr der Statistik.

Ab 2012 bis 2016 gab es eine Lücke in der Organisation. Zwar wurden Schutzzäune vom LRA aufgestellt, die Tiere auch eingesammelt und über die Straße getragen aber für die zeitfressende statistische Dokumentation fanden sich keine Freiwilligen. Deshalb gibt es für diesen Zeitraum keine Zahlen, im Diagramm nur Nullen.

Ab 2017 hat sich wieder eine Gruppe aus Bürgern*innen und Familien mit Kindern bereiterklärt, hier anzufassen und zu helfen – der Kröten wegen!

BUND-Aktivitäten in Salem

Informationen über die Aktivitäten des BUND-Salem finden sie hier!

Unser Pflegling

Die Erdkröte (Bufo bufo)  (G.Vollmer)

Am Schlosssee hat sich bis heute als einzige Amphibienart noch die Erdkröte gehalten. Sie lebt überwiegend im Wald oder Auen. Der Boden muss humos und locker sein, damit sie sich zum Schutz vor Trockenheit und Kälte eingraben kann.

Lockerer Boden und Futter z.B. Schnecken locken sie auch in unsere Gärten.