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BUND-Uhldingen

Amphibienschutz

Amphibienschutz hat beim BUND-Uhldingen eine große Tradition. Gleich bei der Gründung unser Ortsgruppe im Jahr 1990 wurde der Arbeitskreis „Amphibien“ ins Leben gerufen. Marianne Mall führte und organisierte den Arbeitskreis von Beginn an. Amphibienbestände, die unbedingt geschützt werden mussten, gab es am Killenweiher. Hier war schon seit 1984 die BUND-Gruppe Salem unter Karl Roth aktiv. Ab 1990 übernahm der BUND-Uhldingen den Schutz der Amphibien rund um den Killenweiher.

Aktueller Stand der Amphibienwanderung zum Killenweiher im Jahr 2020

Das Diagramm zeigt die Anzahl der aufgefundenen Tiere am Amphibienzaun Killenweiher bis zum 17. Februar 2020.  (G.Vollmer)

Das Diagramm zeigt die Anzahl der bisher erfassten Tiere.

Dazu die Arten!

Das Diagramm zeigt das Artenspektrum der Amphibien am Killenweiher bis zum 17. Februar 2020.  (G.Vollmer)

Zu der Anzahl der Tiere hier das Artenspektrum.

Amphibienzählung 2020

Für unsere Helfer; Eingabe ins Internet hier.

Salemer Klosterweiher immer noch mit wenig Wasser

Das Diagramm zeigt die Pegel der Weiher zu Beginn der Amphibienwanderung im Februar 2020.  (G.Vollmer)

Die Salemer Klosterweiher werden bewirtschaftet, d.h. im Herbst werden sie abgelassen und die Fische herausgenommen. Nach dem Abfischen, das dauert ca. eine Woche, sollten sie wieder mit Wasser gefüllt werden. Aktuell sieht es aber so aus, als würden die Weiher nicht umgehend wieder gefüllt, sondern die meisten bleiben nach dem Abfischen zu lange Zeit leer. Jetzt im Februar muss der Wasserstand wieder seinen Normalstand haben. Es ist ganz wichtig, dass das Wasser bis in die Schilfzonen reicht. Gegenüber dem Januar hat sich die Lage entspannt. In den meisten Weihern ist der Wasserstand erreicht, nur in drei sehr wichtigen Weihern, das sind der Hintere-, der Vordere Killenweiher und der Olsenweiher ist er noch viel zu niedrig. Unserer Meinung nach schadet diese Art der Bewirtschaftung den Amphibien.

Nach unserer Informationslage soll der Kaltbrunnweiher in diesem Jahr "gesömmert" werden, d.h. er bleibt im ganzen Jahr ohne Wasser. (Sömmerungen sind in der Weiherwirtschaft üblich. Werden sie nur selten, d.h. alle 10 - 15 Jahre, durchgeführt, können die Amphibien damit auch umgehen; sie weichen in benachbarte Gewässer aus oder verzichten in dem Jahr aufs Laichen, z.B. Erdkröte).

Wir werden die weitere Entwicklung beobachten und auf dieser Plattform veröffentlichen.

 

Amphibien: Jungtierwanderung zur Grasbeurerstraße

Der aktuelle Stand am 24 Juni 2019

Die Jungtierwanderung wird seit dem 28. Mai 2019 von vielen ehrenamtlichen Helfern unserer BUND-Gruppe sytematisch beobachtet. Das untenstehende Diagramm zeigt den Verlauf der Wanderung bis 24.Juni.

Diagramm: Verlauf der Jungkrötenwanderung zur Grasbeurerstraße in 2019.  (G.Vollmer)

07.Juni: Die ersten Tiere tauchen am Ufer des Weihers auf (grüner Balken).

10.Juni: Es sind jetzt viele Tiere an Land gegangen und drängeln sich auf den Wegen (an 2 Wegabschnitten wurden 80 - 100 Tiere auf 9m2 Weg geschätzt).

16. Juni: Die größte Anzahl der Tiere ist jetzt ca. 100m vom Weiher entfernt (gelber Balken). Sie sind jetzt aber nicht mehr so dicht gedrängt d.h. sie haben sich schon in der Fläche verteilt.

20. Juni. Die ersten Tiere werden in der Nähe der Grasbeurerstraße gesehen (ca. 50m entfernt; roter Balken), aber schon deutlich ausgedünnt (die Balken sind kleiner).

Auf der Straße selber wurden bis zum 23. Juni noch keine Tiere gesehen.

Jungtier-Monitoring

Größenvergleich von Honigbiene zu Jungkröte  (G.Vollmer)

Auf dem Weg ins Leben - die Jungkröten an der Grasbeurerstraße!

Die Aufregung um die Hochzeit hat sich gelegt. Die Paare sind wieder auseinander gegangen und zum Alltag zurückgekehrt, nun erwarten wir ihre Kinderschar. Wir erwarten viele, Tausende. Sie werden an Land kommen und versuchen, sich einen Platz im Leben zu ergattern. Dabei sind sie noch winzig klein, kleiner als eine Honigbiene, aber gewillt, ihren Platz zu finden. Ihre Devise dabei ist, vorwärts zu kommen, den Wald um sich herum auf Eignung zu prüfen, um weiter zu hüpfen, wenn er noch nicht taugt.

Auf eine Gefahr sind sie von Natur aus nicht vorbereitet: auf den modernen Straßenverkehr. Ihm haben sie nichts entgegenzusetzen, keine Strategie, wie sie den schnellfahrenden Autos ausweichen können. Das Ergebnis ist, fast alle bleiben für immer auf der Straße.

Dies wollen wir nicht, hier möchten wir helfen und können auch helfen. Unsere Hilfe besteht darin, ihnen die Querung der Straße zu ermöglichen. Aber so einfach ist das auch nicht. Die Tiere einsammeln geht nicht, sie sind zu viele und die meisten zu gut versteckt. Leitanlagen, wie sie an der Landstraße nach Mimmenhausen eingebaut sind, lassen sich wegen des Bahndamms nicht realisieren. Bleibt noch eine unbequeme Lösung, die Straße für die kurze Zeit der Wanderung zu sperren. Das ist nicht schön, aber hilft.

Damit auch nur dann gesperrt wird, wenn es nötig ist, haben wir vom BUND eine Überwachung der Jungtierwanderung eingeführt. Dafür sind Helfer von uns jeden Tag im Wald, um nachzuschauen, wo sich die Tiere gerade aufhalten. Erst wenn sie die Straße erreichen, veranlasst die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes die Sperrung. Die Straße wird sofort wieder freigegeben, wenn das Gros der Tiere sie passiert hat.

Die Straße wird nicht gesperrt, wenn nur wenige Tiere oder keine Tiere sie queren wollen. So war es im Jahr 2018.

Als Naturfreunde hoffen wir aber, dass in dieser Saison wieder viele Jungtiere wandern, denn das bedeutet das Weiterleben und nicht das Aussterben der Amphibien.

Die Amphibienwanderung 2019 an der L201 im Bereich Killenweiher/ Olsenweiher

Statistik der Amphibienzählung von 1985 bis 2019  (G.Vollmer)

Das Diagramm zeigt den Verlauf der Amphibienwanderung bis zum Ende d.h. zum Abbau der Schutzzäune am 13. April 2019. Dabei steht jeder Balken für die Menge aller gefundenen Tieren pro Kontrolle.

 

Die rot hinterlegten Flächen zeigen die Temperatur an, die während der Kontrollen vorgeherrscht hat. 

Die Amphibienwanderung 2019, Artenspektrum der gefundenen Tiere.

Vorkommende Amphibienarten am Killenweiher (im Jahr 2019)  (G. Vollmer / BUND-Uhldingen)

Unter den Amphibienarten, die an unserer Amphibienanlage am Killenweiher registriert werden, ist der Grasfrosch am häufigsten vertreten, gefolgt von der Erdkröte.

Von den Schwanzlurchen (am Killenweiher kommen nur Molche vor) ist der Teichmolch am häufigsten vertreten. Der seltene Kammmolch ist im Jahr 2019 nicht gefunden worden, was aber untypisch ist. In den Jahren zuvor waren regelmäßig 2 bis 3 Exemplare dabei.

Im Diagramm ist auch der Laubfrosch aufgeführt. Diese Art ist eigentlich an Amphibienzäunen mit Fangeimern nicht zu finden, weil die Tiere mühelos aus den Eimern herausklettern können. Das gelingt ihnen aber offensichtlich nicht immer schnell genug, denn gelegentlich finden wir einen.

Überlegungen zu den Amphibienwanderungen im Frühjahr

Pegel zum Ende der Amphibienwanderung am 25.März.  (G.Vollmer)

Im ausklingenden Winter, schon im Februar, beginnen die Amphibien mit ihrer Wanderung zu den Laichgewässern. Sie erwarten, ihrem Instinkt gehorchend, in den Weihern ihres Reviers Wasser, denn das brauchen sie für ihren Nachwuchs.

Die Weiher des Salemer Klosters sind aber keine natürlichen Gewässer. Sie sind nicht naturgegeben mit Wasser gefüllt, sie können abgelassen sein. Das wird regelmäßig im Herbst praktiziert. Wichtig für die Amphibien ist aber, dass während der Laichsaison das Wasser wieder bis in die Schilfzone hineinreicht.

Der aktuelle Wasserstand (25. März2019) zeigt aber, dass einige Weiher noch zu wenig Wasser führen.

Bleibt noch anzumerken, dass sogenannte Winterungen (Winter ohne Wasser) oder Sömmerungen (im Sommer ohne Wasser) den Amphibienbestand nicht bedrohen, allerdings nur unter der Bedingung, dass solche Maßnahmen nur gelegentlich (Zyklus von 5 bis 10 Jahren) erfolgen 

Aufbau der Amphibienanlage am Killenweiher

Die Landstraße zwischen Mühlhofen und Salem-Mimmenhausen verläuft zwischen Olsenweiher und Killenweiher. Es wurde schon früh offensichtlich, dass zwischen den Weihern und den sie umgebenden Wäldern ein reger Wanderbetrieb von Frosch & Co. stattfindet. Besonders die Laichwanderungen im Frühjahr fielen auf, leider durch unzählige überfahrene Tiere.

Dass hier Abhilfe nötig war, wurde noch rechtzeitig ernst genommen. Es wurde eine Amphibienleitanlage geplant und umgesetzt. Das war im Jahr 1990. Bis dahin wurden die Amphibien durch Plastikzäune und Fangeimer vom Überqueren der Straße abgehalten und durch Helfer über die Straße getragen. Ab 1990 war dann die Anlage installiert und erfüllt bis heute ihren Zweck sehr gut.

Das Konzept der Anlage besteht aus Tunneln, die unter der Fahrbahn verlaufen. Die Tunnel sind aus Betonformsteinen (U-Profile) gebaut. Sie haben prinzipbedingt einen unbefestigten Boden aus Lehm (die offene Seite des Profils ist nach unten gekehrt). Des Weiteren sind Leitanlagen aus Beton auf beiden Seiten parallel zur Fahrbahn angebracht, die von Amphibien nicht überklettert werden können. Die Tiere müssen so der Leitanlage folgen, bis sie einen Tunnel erreichen und dann geht's ab zur anderen Straßenseite.

Auf Grund topografischer Gegebenheiten sind drei Teilstücke der Leitanlage aus folienbespannten Holzzäunen gefertigt. Das wurde immer dort notwendig, wo die Leitanlagen durch Wald geführt werden mussten. An den Einmündungen von Wald- bzw. Feldwegen wurden Betonrinnen mit groben Abdeckgittern als Barrieren eingebaut.

Eine Besonderheit dieser Anlage sind Verlängerungen sowohl in Richtung Mimmenhausen als auch in Richtung Mühlhofen. Sie bestehen aus Plastikzäunen (ca. 30m + 50m), 10 Fangeimern und sind nur im Frühjahr für 6 Wochen (Februar bis April) installiert. Die Eimer sind nummeriert, um sie statistisch ansprechen zu können. Aus methodischen Gründen (Vergleichbarkeit der Fangergebnisse) wurde Eimer 2 in der Nummerierung belassen, obwohl er nicht mehr eingebaut ist.

Die nebenstehende Skizze zeigt die Anlage mit ihren wichtigsten Details.    

Chronologie von 1985 bis heute.

Amphibienwanderung an der L201 (Diagramm).  (G.Vollmer)

(Erläuterungen zu diesem Diagramm finden Sie im Text nebenan)

Aufstellen des Folienzauns.

Im Bild sieht man die Verlängerung mit Folienzaun in Richtung Mühlhofen (Olsenweiher). Im Vordergrund ist ein Fangeimer eingebaut.

Download: Liste Amphibienzählung 2020

Für unsere Aktiven; die Liste zum Ausdrucken findet ihr hier.

Amphibienleitanlage: Skizze

Schematische Darstellung der Amphibienanlage am Killenweiher  (G.Vollmer)

Die Skizze zeigt den prinzipiellen Aufbau der Amphibienanlage an der L201.

Hier als PDF.

Historie der Amphibienwanderung

1985  Start des Amphibienschutzes: Die BUND-Gruppe Salem betreute einen Folienzaun mit Fangeimern. 
Gerettete Tiere: 630
1986 bis 1989 Kontinuität: Die BUND-Gruppe Salem schützte die Amphibien weiterhin mit einem Folienzaun (Eimern). 
Die Anzahl der geretteten Tiere schwankte von 1227 bis 2040.
1990  Übernahme: Die BUND-Gruppe Uhldingen wurde gegründet. Sie unterstützte den BUND Salem bei der Betreuung eines Folienzauns. 
Gerettete Tiere: 1091
Der BUND Uhldingen übernahm ab da den Amphibienschutz rund um den Killenweiher, dazu gehörte auch der Schutz an der Grasbeurerstraße.
1991  Bauliche Veränderung: Im Zuge des Baus eines Radwegs entlang der L201 wurde auch eine feste, ganzjährig wirksame Amphibienleitanlage eingebaut. Die Akzeptanz der Anlage durch die Amphibien wurde von der Uni Konstanz untersucht. Der BUND Uhldingen lieferte der Uni die täglichen Ergebnisse.
Gerettete Tiere: 1919 an den Durchlässen.
1992  Untersuchung: Die Wirksamkeit der Amphibienleitanlage wurde vom Landratsamt mit privat arbeitenden Biologen bestätigt. 
Gerettete Tiere: 2783 an den Durchlässen.
BUND Uhldingen: Beobachtungen an der Straße wiesen die Anlage als zu kurz aus. Verlängerungen durch Folienzäune an beiden Enden wurden anschließend Jahr für Jahr eingebaut.
1993 bis 2012 Kontinuität: Die Verlängerungen der Amphibienleitanlage wurden in jedem Jahr betreut; die geretteten Tiere an den Verlängerungen registriert. Die Tiere, die durch die Durchlässe wanderten wurden dagegen nicht mehr registriert, um den Tieren den damit verbundenen Stress zu ersparen. Die Anzahl der geretteten Tiere an den Verlängerungen schwankte in den Jahren von 165 bis 3245. 
Die große Schwankungsbreite konnte bisher nicht geklärt werden, u.U. haben einfach mehr Tiere die Durchlässe benutzt.
2013  Untersuchung: Nach 20 Jahren wurden die Durchlässe wieder untersucht. Es sollte festgestellt werden, wie/ob sich die Wanderung durch die  Durchlässe verändert hat.
Ergebnis: 1990 Tiere durchquerten die Durchlässe, 805 Tiere wurden an den Verlängerungen gerettet.
2014 bis heute Kontinuität: Die Verlängerungen an der Amphibienanlage wurden in jedem Jahr weiterhin betreut.
Die Schwankungsbreite bei den geretteten Tiere betrug 215 bis 1206.  

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